Lieber Leser

„Es ist, um aus der Haut zu fahren“ – aber „ich kann nun mal aus meiner Haut nicht heraus!“ So anschaulich und deutlich können wir im Sprichwort ausdrücken, wie sehr wir uns manchmal wünschen ein anderer oder eine andere zu sein. Und dabei müssen wir doch akzeptieren, dass dieser Wunsch scheinbar unerfüllbar bleibt.

Anders werden. Es sollen doch bitteschön die Eigenarten an mir verschwinden, mit denen ich immer wieder bei anderen anecke. Die Vergangenheit, die ich immer noch mit mir herumschleppe, möge weggewischt sein. Meine körperlichen oder geistigen Fähigkeiten mögen doch bitte ausgeweitet werden ich möchte gerne dies und jenes noch können. Und auch meine Umgebung, die Menschen, mit denen ich zusammenlebe oder -arbeite – all dies sollte doch anders werden.

Bei alledem wissen wir, dass wir zwar manches ändern können in unserem Leben, anderes aber nicht veränderbar ist. Mir kommt ein kluger Satz in den Sinn – ein Gebet:

„Herr, gib mir die Kraft und den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Und gib mir die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.“

Als Christen vertrauen wir darauf, dass Jesus uns als seine Jünger durchs Leben führt, dass er uns dort einsetzt, wo er uns braucht und dass wir – bei alledem – mitwirken dürfen am Bau seines Reiches hier auf Erden.

Im Wochenspruch des 3. Sonntags nach Ostern „Jubilate“ spricht Paulus davon, dass wir durch unsere Taufe neu anfangen dürfen:

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor 5, 17)

Die Zukunft ist offen – ich kann also doch „heraus aus meiner Haut“, um mich von der Menschenfreundlichkeit Jesu umkleiden zu lassen und um ein Leben zu führen, wie Gott es sich gedacht hat. Das ist doch richtig gut!

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer Karl-Heinz Brendel

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