Lieber Leser

 

Lieber Leser

„Heute habe ich keine Zeit!“ Der Tag ist verplant. Die Anforderungen des Berufs, die Familie will schließlich auch noch etwas von mir haben und abends noch die Einladung …! Einiges muss ich schon wieder streichen an diesem Wochenende: das Auto zu waschen, ein Buch zu lesen …

Meine Zeit ist verplant. Jede Woche der gleiche Ablauf, bis dann der Urlaub kommt. Aber der ist in Corona-Zeiten ja auch ganz anders oder findet gar nicht statt …

Scheinbar hat Unvorhergesehenes in unserem Leben immer weniger Platz. Dabei hat jedes Lebensalter, jeder Abschnitt, seine Schwerpunkte und Besonderheiten. Hat bei alledem Religiöses für uns noch Raum? Machen wir uns noch Gedanken, woher wir kommen, wohin die Reise geht, welchen Sinn unser Leben hat, was nach dem Tod kommt? Sind wir noch geübt darin, solche Fragen zu stellen und auch Antworten zu finden? Oder beschäftigen wir uns seit unserer Kindheit (Religions- und Konfirmandenunterricht ist lange her) nicht mehr mit solchen (religiösen) Grundfragen unserer Existenz?

Im Hebräerbrief (3, 15) findet sich der interessante Satz:

„Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!“

In allem Ungewöhnlichen, das in meinen gewohnten Zeitablauf einbricht, kann Gottes Anrede an mich enthalten sein: im Anruf eines Freundes, im Hilferuf eines Nachbarn, in der Buchzeile, die mich nachdenklich macht – in alledem kann es plötzlich um eine Kernfrage meines Lebens gehen. So ein kurzer Augenblick hat schon Menschenleben verändert – von jetzt auf nachher.

Gott kann zu mir mitten im Alltäglichen sprechen – meistens ganz leise und unscheinbar. Dann kommt es darauf an, dass ich mir einen Moment (der genügt schon!) Zeit nehme zum Hören, zum genauen Hinschauen, zum Nachdenken. Das kann die Entdeckerfreude in mir wecken und richtig Spaß machen: Gottes Spuren im Alltag aufspüren!

Diese Entdeckerfreude wünsche ich Ihnen.

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer Karl-Heinz Brendel

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